Worum geht es in „Insel“ von Ragnar Jónasson?

David, Ben, Katja und Alexandra sind vier Freunde, die sich nach zehn Jahren auf einer abgelegenen Insel wiedersehen, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Doch eine Person kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. War es ein Unfall? Aus Reykjavik reist die Kommissarin Hulda Hermannsdóttir an, um die Ermittlungen zu übernehmen. Eigentlich keine große Sache, da die Anzahl der in Frage kommenden Täter sehr überschaubar ist. Doch bei der Spurensuche stößt Hulda auf einen weiter zurückliegenden Fall, der scheinbar der Schlüssel zu allem ist. Und ihr ist klar, dass sie den aktuellen Fall nur wird lösen können, wenn sie auch die damaligen Ereignisse in den richtigen Zusammenhang setzen kann.

Kritik zu dem Thriller von Ragnar Jónasson:

Insel von Ragnar Jónasson„Insel“ des isländischen Autors Ragnar Jónasson ist der zweite Teil seiner Trilogie um die Kommissarin Hulda Hermannsdóttir. Das Besondere an dieser Trilogie ist die Tatsache, der der Schriftsteller diese rückwärts erzählt. Während der erste Roman „Dunkel“ in der Gegenwart spielt, erzählt dieser zweite Band Ereignisse, die rund 15 Jahre vor dem Auftakt der Trilogie spielen. Mit dem dritten Roman wird es dann noch weiter in die Vergangenheit gehen.

Jetzt also dieser zweite Band, der durchaus einer sich stets wiederholenden Regel folgt, dass die mittleren Teile einer Trilogie oft die Schwächsten sind. Ob das hier der Fall ist, wird man erst nach Erscheinen des letzten Romans wirklich beantworten können, allerdings kann man schon jetzt sagen, dass „Insel“ nicht ganz die Klasse von „Dunkel“ erreicht. Warum? Ragnar Jónasson nimmt sich Zeit, um seine Handlung ins Laufen zu bringen. Wer auf Hulda wartet, muss sich rund einhundert Seiten gedulden, bis die kantige Kommissarin aus der isländischen Hauptstadt ihren ersten Auftritt hat. Diese Seiten beschäftigen sich mit dem Fall, der noch weiter in der Vergangenheit liegt. Mit dem Auftritt von Hulda geht es dann ins Jahr 1997. Sie hat mehr oder weniger die oberste Sprosse ihrer Karriereleiter erreicht. Nachdem ihre Tochter Dimma verstorben ist und sie kurz darauf auch ihren Ehemann verloren hat, stürzt sich Hilda in die Arbeit. Daher kommt ihr der merkwürdige Todesfall, der von einem kleinen Eiland gemeldet wurde, gerade recht.

Betrachtet man den Fall in dem Buch „Insel“ an sich, gelingt es Ragnar Jónasson durchaus spannend zu erzählen, nur ist das Problem, dass die Auflösung für geübte Krimileser keine wirkliche Schwierigkeit darstellt. Der Kreis der Verdächtigen ist sehr klein und daher ist recht schnell klar, wer der Täter ist. Dank seines guten und intensiven Schreibstils rettet er den Roman, sodass dieser in der Gesamtsumme überzeugen kann.

Wer hofft, etwas mehr über Hulda und ihre Vergangenheit zu erfahren, wird womöglich ebenfalls enttäuscht sein. Auch hier hält sich Ragnar Jónasson zurück und präsentiert dem Leser zwar einige kleine Mosaiksteinchen, doch ein komplexes Bild will sich noch nicht einstellen. Natürlich will er sich etwas für den letzten Band aufbewahren, aber manche Erwartungen, die man nach „Dunkel“ hatte, werden womöglich enttäuscht werden. Als kleine Wiedergutmachung haut der Autor dem Leser dafür noch einen Epilog um die Ohren, der für Herzrasen und Schnappatmung sorgt und der sicherlich verantwortlich ist, dass man unbedingt den letzten Teil lesen will.

Obwohl „Insel“ nicht ganz an die Klasse von „Dunkel“ heranreicht, ist es ein guter nordischer Krimi. Ragnar Jónasson wird gerne mit Stephen King verglichen. Solche Vergleiche hinken oft gewaltig, da jeder Autor seine persönliche Handschrift und Klasse hat, doch gewisse Ähnlichkeiten sind hier nicht von der Hand zu weisen.

Zur Übersicht der Hulda-Trilogie von Ragnar Jónasson.

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Insel von Ragnar Jónasson

Insel – Hulda-Trilogie 2

  • Autor: Ragnar Jónasson
  • Verlag: btb
  • 384 Seiten
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