Um was geht es in „Das erste Geheimnis“ von Kai Erik?

Mickel Backman ist Dozent für Literaturwissenschaft an der Akademie von Turku. Während des Studiums gibt Pasi Maars, einer der Studenten, an, dass er eine Dissertation über ein altes Manuskript des Dichters Leander Granlund schreiben möchte. Backmann ist gleichermaßen überrascht und ratlos, denn die Werke des Lyrikers, die in den 1920er Jahren entstanden sind weder bekannt noch veröffentlicht worden. Obwohl Backman versucht, Maars davon zu überzeugen, dass eine Abhandlung über diesen Dichter keine gute Wahl ist, fährt Pasi fort. Ihm zufolge weiß sein Lehrer mehr über Granlund, als er behauptet. Und wie kann ein fehlendes Manuskript schädlich sein? Darüber hinaus hat Pasis Freund Calle Hollender andere Probleme. Seine Beziehung ist zerbrochen, er erhält kein Stipendium mehr und bemerkt auch, dass sich das Verhalten seines Freundes ändert. Nach und nach treten Schicksalsschläge auf und es scheint, als liege wirklich ein Fluch auf dem Manuskript.

Kritik zu dem Roman von Kai Erik:

Das erste Geheimnis von Kai ErikAuf dem deutschen Buchmarkt tummeln sich schon zahlreiche nordische Krimi- und Thrillerautoren. Trotzdem ließ es sich der Lübbe Verlag nicht nehmen, den Lesern ein weiteres Gesicht zu präsentieren. Kai Erik ist ein Pseudonym für den in Finnland geborenen Schriftsteller Kaj Korkea-aho. Mit diesem Roman, der auch schon unter dem Titel „Das böse Buch“ auf Deutsch erschienen ist, gelang ihm der Durchbruch und er wurde als einer der besten jungen finnischen Autoren ausgewählt. Nun gut, eine solche Ehrung ist sicherlich, wie vieles andere, Geschmackssache. Aber so ganz kann man diese Ehrung nicht verstehen. Noch weniger wird es für den Leser allerdings verständlich sein, warum sich der Verlag dazu entschlossen hat, das Wort „Thriller“ auf den Buchdeckel zu drucken. „Das erste Geheimnis“ ist alles, aber kein Thriller, denn dem Roman fehlt das Grundelement, dass dieses Genre auszeichnet: Spannung!

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Mickel und Calle erzählt. Mickel hat Probleme mit seiner Frau, Calle mit seiner Freundin. Und beide kennen Pasi Maars, was in der Tat der wichtigste Teil der Geschichte ist. Das Manuskript von Leander Granlund hat großen Einfluss auf das Leben von Mickel und Pasi. Es geht sogar so weit, Pasis Verhalten signifikant zu ändern. Und er scheint zum Schlimmsten fähig zu sein. Auf den ersten Blick scheinen dies die Zutaten zu sein, die „Das erste Geheimnis“ zu einem aufregenden Thriller machen. Doch Kai Erik scheitert kläglich bei dem Versuch, diesen Plot irgendwie spannend in Szene zu setzen. Zumal das eigentliche Manuskript keine Rolle mehr spielt. Vielmehr suhlt sich der Autor darin, die depressive Grundstimmung seiner Geschichte weiter und weiter auszurollen. Statt einer packenden Handlung gibt es Probleme, Gesellschaftskritik und viel Sex. Wobei man sich ein uns andere Mal wünschen würde, dass Kai Erik nicht zu sehr ins Detail gehen würde.

Sicher werden einige Leser sagen, dass sei gute, große und anspruchsvolle Literatur. Das mag alles sein, doch dann möge der Verlag bitte auch so fair sein und nicht das Prädikat „Thriller“ auf den Buchdecken zu schreiben. So ist es nur eine (absatzfördernde?) Irreführung des Lesers, denn das, was der Klappentext verspricht, kann der Roman überhaupt nicht halten.

Mein Fazit:

Vorsicht! Wer einen spannenden Thriller sucht, sollte um „Das erste Geheimnis“ einen großen Bogen machen, denn das ist der Roman nicht. Wer einen jungen, in seiner Heimat geschätzten finnischen Autor kennenlernen will und ein Faible für ausufernde Gesellschaftskritik hat, der kann hier durchaus ein halbes Auge riskieren und eintauchen in das, was viele anspruchsvolle Literatur nennen … wie immer man diese definieren möchte.

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Das erste Geheimnis von Kai Erik

Das erste Geheimnis

  • Autor: Kai Erik
  • Verlag: Lübbe
  • 384 Seiten
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