Mit der Romanserie um Kommissar William Wisting ist der norwegische Autor Jørn Lier Horst vor allem in seiner Heimat auf der Erfolgsspur. Vereinzelte Romane der Serie haben auch schon den Weg nach Deutschland gefunden. Mit „Wisting und der Tag der Vermissten“ liegt nunmehr der erste Band der Cold-Case-Fälle vor.

Inhaltsangabe zu dem Krimi von Jørn Lier Horst:

Katharina Haugen, eine junge Frau aus Österreich, ist vor mehr als zwanzig Jahren spurlos verschwunden. Einzige Spur war seinerzeit ein kryptischer Zettel mit ein paar Ziffern gewesen, den sie ihrem Ehemann hinterlassen hat. Aufgeklärt konnte der Fall in all den Jahren nicht werden. Daher nimmt sich Kommissar William Wisting an jedem 10. Oktober, dem Tag ihres Verschwindens, die Akten erneut vor und sucht akribisch nach neuen Hinweisen. Bisher aber ohne Erfolg. Das ändert sich erst, als Adrian Stiller bei Wisting auftaucht. Er gehört einer Spezialabteilung an, die sich um Cold Cases (nicht aufgeklärte Fälle) kümmert. Er untersucht das Verschwinden einer 17jährigen Frau und der Hauptverdächtige ist Martin Haugen, der Ehemann der damals verschwundenen Katharina. Damit stellt sich für William Wisting die Frage, ob der Ehemann womöglich doch mit dem Verschwinden seiner Frau etwas zu tun haben könnte.

Kritik zu „Wisting und der Tag der Vermissten“:

Regelmäßige Zuschauer der Fernsehserie „Aktenzeichen XY“ kommen bei diesem Krimi voll und ganz auf ihre Kosten. Der Autor legt großen Wert auf Authentizität. Das ist auch kein Wunder, hat er bis 2013 als Kommissar bei der norwegischen Polizei gearbeitet. Daher weiß er, wovon er schreibt. Doch sein Roman ist alles andere als trocken oder gar verstaubt. Die 88 Kapitel sind kurz und knackig und verteilen sich auf knapp 450 Seiten. Allerdings sind packende Verfolgungsjagden oder nägelkauende Action nicht der Stoff, aus dem „Wisting und der Tag dWisting und der Tag der Vermissten von Jørn Lier Horster Vermissten“ besteht. Vielmehr steht die akribische Polizeiarbeit im Vordergrund, die es braucht, um einen solchen Fall zu lösen. Und genau diese Akribie müssen William Wisting und Adrian Stiller an den Tag legen, um den Fall zu lösen. Das faszinierende an dieser Geschichte ist dabei die Tatsache, dass sich der Fall im echten Leben so hätte abspielen können. Auch die Ermittlungsarbeit der Polizei ist sehr detailgetreu abgebildet. Das bremst natürlich das Lesetempo immer wieder ein wenig aus, aber ohne dass es wirklich störend ist, da Jørn Lier Horst einen durchaus packenden Schreibstil hat.

Dabei überzeugen die überaus authentischen und gut herausgearbeiteten Figuren. Allen voran natürlich William Wisting. Auf der einen Seite ist der Mittfünfziger ein penibler und sorgfältiger Polizist, der sich immer wieder in den Akten verbeißt, um Ergebnisse zu Tage zu fördern. Auf der anderen Seite ist er ein Vater, der seinen erwachsenen Kindern mit selbstgemachten Speisen eine Überraschung bereiten will. An vielen Stellen menschelt es. Doch genau das sind die Momente, die den Roman so lesenswert machen, da sie ihren Teil zur Glaubwürdigkeit beitragen.

Gut Ding will Weile haben. Nach dieser Redensart agiert Kommissar William Wisting und löst in „Wisting und der Tag der Vermissten“ den ersten kalten Fall. Der durchweg glaubhafte Krimi von Jørn Lier Horst ist der interessante Auftakt einer Serie, die man durchaus im Auge behalten sollte. Gerade das überraschende und trotzdem schlüssige Ende sammelt Punkte beim Leser und macht Lust, einen weiteren Cold Case mit diesen Protagonisten zu erleben.

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Wisting und der Tag der Vermissten von Jørn Lier Horst

  • Wisting und der Tag der Vermissten
  • Jørn Lier Horst
  • Verlag: Piper
  • 464 Seiten
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